Forschung zur Diagnose von ADHS

9. Mai 2023· highandfocused
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Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine häufige neurologische Entwicklungsstörung, von der bis zu 5 % der Bevölkerung betroffen sind. Sie tritt ab der frühen Kindheit auf und hält bis ins Erwachsenenalter an.
Die Wirksamkeit der pharmakologischen Behandlung ist nicht zufriedenstellend, da sie in der Regel nicht das gesamte Spektrum der Krankheitssymptome abdeckt und langfristig nicht hilft.
Im Laienjargon wird ADHS oft mit ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung) verwechselt, einer ähnlichen Störung, jedoch ohne Hyperaktivität. Ärzte bezeichnen beide Störungen manchmal mit dem Begriff „Hyperkinetische Störung“.
ADHS äußert sich durch Abweichungen in der Entwicklung des zentralen Nervensystems und eine gestörte Regulation auf der Ebene der Neurotransmittersysteme (noradrenerges und dopaminerges System). Dadurch werden alle kognitiven Funktionen beeinträchtigt. ADHS ist auch ein hohes Risiko für die Entwicklung anderer psychiatrischer Störungen.
Tendenz zur Selbstmedikation mit Cannabis
Es wurde bereits beobachtet, dass Jugendliche mit diagnostizierter ADHS eine höhere Neigung zum Cannabiskonsum haben. Deshalb überlegen Wissenschaftler, ob es sich nicht um eine Form der „Selbstmedikation“ handelt, also der spontanen Selbstbehandlung.1 Insbesondere Personen mit hyperaktiv-impulsiven Symptomen scheinen zu täglichem Marihuanakonsum zu neigen.2 Dies bestätigt sich jedoch auch bei Kindern und Erwachsenen, die an Unaufmerksamkeit leiden.3 Neuere Studien belegen diesen kausalen Zusammenhang weiterhin, und es ist daher offensichtlich, dass eine Behandlung mit Cannabis einer eingehenderen Untersuchung bedarf.4
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass bei einigen an ADHS leidenden Personen eine deutliche Normalisierung des Zustands beobachtet wurde, wenn sie einen hohen THC-Spiegel im Blutplasma hatten, und umgekehrt – in nüchternem Zustand überwog abnormes Verhalten und Unaufmerksamkeit.5
THC versus CBD
Als Wissenschaftler die Wirksamkeit und Funktionalität von offiziell registrierten Cannabinoid-basierten Präparaten bei ADHS-Patienten verglichen, linderte Bedrocan® (THC) Symptome wie geringe Frustrationstoleranz, Wutausbrüche, Langeweile und Konzentrationsschwäche. Im Gegensatz dazu neutralisierte Bediol®, das Cannabinoide THC und CBD enthält, die typischen berauschenden Wirkungen von Bedrocan® und trug unter anderem zu einem besseren Schlaf bei.6
ADHS gehört jedoch heute nicht zu den Indikationen, bei denen medizinisches Cannabis oder THC-haltige Präparate verschrieben werden können. Die Frage ist also, inwieweit eine Behandlung mit CBD sinnvoll ist?
Wissenschaftler sind heute der Meinung, dass CBD nützlich ist, um die Symptome von Schizophrenie, sozialer Angststörung sowie die Komorbiditäten von ASD und ADHS zu lindern. Schwächere Beweise gibt es für Schlaflosigkeit, Angstzustände, bipolare Störung, posttraumatische Belastungsstörung und das Tourette-Syndrom.7
Sativex-Spray
Erwähnenswert ist eine randomisierte und placebokontrollierte experimentelle Pilotstudie mit Sativex, einem Mundspray, das Cannabinoide (THC und CBD im Verhältnis 1:1) und Terpene enthält. Bei dreißig erwachsenen Personen mit ADHS zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Hyperaktivität und Impulsivität sowie eine Tendenz zur Verbesserung der Unaufmerksamkeit. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die Theorie der Selbstmedikation berechtigt ist.8
Auswahl der Studien:

  1. Searching for a Neurobiological Basis for Self-Medication Theory in ADHD Comorbid With Substance Use Disorders 2014
  1. Subtypes of Attention Deficit — Hyperactivity Disorder (ADHD) and cannabis use 2014
  1. Childhood and current ADHD symptom dimensions are associated with more severe cannabis outcomes in college students 2014
  1. Daily, but not occasional, cannabis use is selectively associated with more impulsive delay discounting and hyperactive ADHD symptoms in binge-drinking young adults 2021

Attention-deficit/hyperactivity disorder and lifetime cannabis use: genetic overlap and causality 2020
Genetic overlap and causality between substance use disorder and attention-deficit and hyperactivity disorder 2021

  1. Fitness to drive in spite (because) of THC 2007
  1. Medical Cannabis for Adult Attention Deficit Hyperactivity Disorder: Sociological Patient Case Report of Cannabinoid Therapeutics in Finland 2019
  1. The therapeutic role of Cannabidiol in mental health: a systematic review 2020

Auswahl der Studien:

  1. Suche nach einer neurobiologischen Grundlage für die Selbstmedikationstheorie bei ADHS mit komorbiden Substanzgebrauchsstörungen 2014
  1. Subtypen der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Cannabiskonsum 2014
  1. Kindliche und aktuelle ADHS-Symptomdimensionen sind mit schwerwiegenderen Cannabis-Ergebnissen bei Collegestudenten verbunden 2014
  1. Täglicher, aber nicht gelegentlicher Cannabiskonsum ist selektiv mit impulsiverer Verzögerungsdiskontierung und hyperaktiven ADHS-Symptomen bei jungen Erwachsenen mit Binge-Drinking verbunden 2021

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und lebenslanger Cannabiskonsum: genetische Überschneidung und Kausalität 2020
Genetische Überschneidung und Kausalität zwischen Substanzgebrauchsstörung und Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung 2021

  1. Fahrtüchtigkeit trotz (wegen) THC 2007
  1. Medizinisches Cannabis bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung: Soziologischer Patientenfallbericht zur Cannabinoid-Therapie in Finnland 2019
    Die therapeutische Rolle von Cannabidiol in der psychischen Gesundheit: eine systematische Übersicht 2020
  1. Cannabinoide und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: eine randomisierte kontrollierte Studie 2017



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